Obedience steckt in Deutschland geradezu noch in den Kinderschuhen, erfreut sich aber zunehmender Beliebtheit. Prüfungen sind jedoch noch nicht in allen Kreisgruppen des BLV vertreten.
Viele Außenstehende setzen Obedience auf eine Ebene mit Agility, THS und CSC. Wer aber einmal ein Training oder eine Prüfung mit verfolgen oder selbst daran teilnehmen konnte, wird diesem Vorurteil entschieden entgegentreten. Obedience ist eher eine weiterentwickelte Art der VPG Unterordnung bzw der Begleithunde-ausbildung, mit Parcourslaufen hat es eher wenig zu tun.
Es handelt sich um eine hohe Form der Hundeausbildung, bei der sehr viel Wert auf Korrektheit und Geschwindigkeit gelegt wird.
Die ersten beiden Prüfungstufen lassen sich noch ohne übermäßigem Aufwand absolvieren. Ab der Klasse 2 jedoch werden sehr hohe Anforderungen an Hund und Ausbilder gestellt, weshalb in der Klasse 2 und 3 eher wenig Teams laufen. Besonders arbeits- und zeitaufwändig sind hierbei die Box und der Apport.
Umso höher die Klasse umso schwieriger ist es für einen Hund sich im Ring zu orientieren. Gerade hier wird vielen Hunden ihre Geschwindigkeit und ihr Trieb zum Verhängnis. Andererseits sind diese Eigenschaften geradezu grundlegend für einen Obediencehund, denn das triebfödernde Werfen von Bringhölzern fällt in diesem Sport weg. Auch alle anderen Übungen laufen sehr ruhig und ohne besondere Möglichkeit der Triebförderung ab.
Einen trieblich gering angesetzten Hund hier zum Laufen zu bringen ist wirklich eine Kunst und in Prüfungen meist auch eher unzuverlässig.
LUCKY:
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ABSITZEN & ABLEGEN:
In der Klasse 3 wird ein zweiminütiges Absitzen und ein vierminütiges Abliegen verlangt.
Dabei wird besonders viel Wert darauf gelegt dass der Hund sich nicht bewegt. Im Idealfall liegt der Hund ruhig und leise.
FREIFOLGE:
Im Obedience ändern sich die Anforderungen in der Freifolge (bzw. Leinenführigkeit) nicht übermäßig. In der Regel sollte ein Begleithund bis zur Prüfungstufe 3 keine Probleme im Fußgehen habe. Erst in dieser Klasse kommen ungewohnte und nicht unbedingt ganz einfache Aufgaben hinzu. Es wird dem Hund hier ein Links-, Rechts- und Rückwärtsgehen und Drehungen in beide Richtungen und allen Gradzahlen abverlangt. Am Wichtigsten ist dabei, dass der Hund sich am Schluss immer korrekt ausrichtet und richtig neben einem sitzt. Auch nicht zu vergessen sind die Winkel und Kehrtwendungen die beim Langsam- und Laufschritt verlangt werden.
Lucky führe ich seit Herbst 2002 in der Unterordnung, damals nur zum Zwecke der BH. Saisonende 2006 habe ich begonnen ihn umzulernen. Nach der großen Pause 2007 läuft er nun zuverlässig in seiner neuen Position. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber in meinen Augen es hat sich gelohnt. Es gibt zwar nicht mehr Punkte aber die Freude am Training ist unbeschreiblich!
VIERECK MIT STEH, SITZ & PLATZ:
Das Viereck besteht aus vier "Markiertellern" die in einem Quadrat mit 8m Seitenlänge. Mit der Grundstellung angefangen wird immer zwischen den Markierungen das jeweilige Kommando gegeben. Nach einem Kommando geht der Hundeführer alleine um die Hütchen und nimmt den Hund anschließend ins Fuß wieder mit.
Lucky beherrscht diese Übung eigentlich ganz gut, wenn ihm nicht gerade einfällt dass er heute lieber zweimal steht anstatt sich zu setzen. Aus der Sitz-Positionen steht er gelegentlich etwas zu früh auf.
HERANRUFEN MIT STEH & PLATZ:
Der Hund wird abgelegt und verlassen. Aus einer Distanz von 30m wird der Hund herangerufen - nach 10m ins Steh - nach weiteren 10m ins Platz gerufen. Dabei wird wie immer sehr viel Wert auf die Geschwindigkeit gelegt: Der Hund soll jedes Kommando innerhalb von zwei Hundelängen annehmen und nach jedem Kommando wieder in den Laufschritt beschleunigen.
Lucky ist hier sehr "nachtragend" Lässt man ihn einmal Stehen oder Liegen ist er kaum mehr zum Laufen zu bewegen. In dieser Übung lässt er sich nur sehr schwer trainieren.
BOX MIT ABRUFEN:
Die Box ist ziemlich die kniffligste Übung der Klasse 3. Der Hund wird zuerst zum 10m entfernten Kegel geschickt. Von hier wird er weiter in die von ihm 25m entfernte Box geschickt, die sich entweder links oder rechts (im rechten Winkel) von ihm befindet. Hier findet er im Idealfall die Mitte oder liegt zumindest mit seinem ganzen Körper in der Box. Die Punkte hierfür sind gleich. In der Box wird der Hund ins Platz gerufen. Der Hundeführer läuft dann nach einem vorgegebenem Schema durch den Ring und ruft in der Bewegung den Hund in die Fußposition.
Lucky´s größtes Problem ist das finden der Box. Er braucht wenn man den Ring betritt ein paar Sekunden um sich zu orientieren, dann fällt es ihm leichter. Die Geschwindigkeit wird immer besser und ist mittlerweile eigentlich so wie ich sie mir vorstelle.
RICHTUNGSAPPORT:
Beim Richtungsapport wird der Hund zu einem 10m entfernten Kegel geschickt. Von dort wird er nach links bzw rechts zum Apportieren geschickt. Das mittlere der drei Hölzer (wird nie apportiert) liegt in einem Abstand von 10m zum Kegel und befindet sich mit den Kegel und dem Hundeführer auf einer gedachten Linie. Die anderen beiden Hölzer liegen auf einer zweiten gedachten Linie jeweils in einem Abstand von 5m rechts bzw links daneben. Der Hund soll den Kegel und das jeweilige Holz schnell anlaufen und apportieren.
Lucky kennt den Unterschied zwischen links und rechts, macht aber wenn man ihn vom Kegel sofort weiterschickt aber noch Fehler. Lucky apportiert zügig, lässt aber auf Grund seines Alters langsam nach. Der Trick, nicht nur bei Lucky, liegt darin den Hund mit Futter und nicht wie üblich mit einem Spiel zu bestätigen. Zusätzlich sollte man die Grundstellung in 90% der Trainingseinheiten weglassen um mehr Geschwindigkeit zu bekommen.
METALLAPPORT ÜBER DIE HÜRDE:
Der Metallapport über die Hürde gehört zu den einfacheren Aufgaben der Klasse 3. Hat sich der Hund erst einmal an das Metall im Maul gewöhnt stellt diese Aufgabe eigentlich kein Problem mehr dar. Über die Hürde kann der Hund nicht viel Tempo zeigen und den Sprung (Schulterhöhe des Hundes) machen die meisten Hunde mit Vergnügen.
Lucky liebt diese Übung und führt sie in der Regel fehlerfrei vor.
IDENTIFIKATION:
Kommt der Hund nicht aus dem Fährtenhundesport sodass er Gegenstände kennt stellt auch diese Übung kein sonderliches Problem dar. Der Hund muss lediglich noch begreifen dass er das Hölzchen mit dem Geruch des Hundeführers (oder einfach einem anderen Geruch) heraussuchen und apportieren muss. Hektische Hunde werden hier leicht ungenau.
Lucky hat lange nicht begriffen dass der richtige "Gegenstand" sich durch seinen Geruch von den anderen unterscheidet. Durch die Fährtenarbeit hat er sich auch lange Zeit sofort hingelegt. Mittlerweile beherrscht er die Übung sehr gut. Hat man den Gegenstand jedoch nur sehr kurz in der Hand bekommt er leicht Probleme.
DISTANZARBEIT:
Die Distanzkontrolle wird in der Prüfung leicht zur Glückssache wenn der Hund ein Kommando auslässt oder zwischen den Positionen unoderntlich wechselt. Wichtig ist, dass der Hund am Schluss der Übung sich auf seinem ursprünglichen Platz befindet (also nicht weiter vorne, zurück oder schief). Handzeichen erleichtern einem diese Übung zusätzlich.
Diese Übung führt Lucky hervoragend aus. Er lässt die Vorderpfoten immer auf einer Stelle und bewegt somit nur seine Hinterläufe,wodurch er weder vor noch zurück komt. Wir haben sehr viel Zeit in diese Übung investiert, doch es hat sich gelohnt.